Erlebnis im Schwimmbad

Mein Erlebnis im Schwimmbad

 

Gestern war ich im Schwimmbad. Da ist mir was furchtbar Schreckliches passiert.

Ich war da sehr euphorisch und fröhlich hingefahren. Denn ich wollte ja nun mal wieder weiter schwimmen, so wie ich es in der Rehaklinik in Soltau von Frau Schweizer nach Mc.Millan gelernt hatte.

Es waren nicht viele Leute im Hallenbad. Ich ging langsam die Treppe hinunter ins Wasser. Das Wasser war nicht so warm wie in Soltau, aber ich hatte bei 1,45 m Wassertiefe gut Grund unter den Füßen. Ich ging erstmal vorsichtig am Beckenrand entlang und hielt mich an der Wasserüberlaufrinne mit meiner gesunden rechten Hand fest. 

Ich sah mich etwas um. Da waren drei ältere Herren auf der anderen Seite, eine junge Frau am anderen Badende und vier Jungs saßen oben auf einer Bank und blödelten laut herum. Dann kam der Bademeister und sprach mit den Jungs. Ich machte meine Schwimmübung indem ich mich nach hinten in die Rückenlage fallen ließ. In dieser Lage kann ich natürlich nur nach oben an die Hallendecke gucken und nicht so viel nach rechts und links. Ich kam nicht so recht vorwärts, weil ich den richtigen Beinschlag noch nicht wieder so gut machte wie in Soltau. 

Dann hörte ich die Jungs oben neben mir am Beckenrand sprechen und lachen. Der Eine sagte: „Ey – schwimm mal bischen schneller Opa. Wir brauchen Platz !“  Und dann sprang er von der Seitenkante mit gespreizten Beinen direkt los ! Er wollte wohl eigentlich dicht hinter mir mit einer „Arschbombe“ im Wasser landen. Doch er hatte sich verschätzt, weil ich nämlich noch nicht weitergekommen war. Er sprang direkt auf meine Beine zu. Die drohende Gefahr voraussehend zog ich instinktiv schützend beide Beine an den Körper. Dabei ragten beide Knie spitz aus dem Wasser heraus.

Genau dahin landete er mit gespreizten Beinen im Wasser. Er traf mit seinem Hodensack genau auf mein rechtes Knie. Sein lauter Schrei gellte in die Halle. Er klatschte seitlich ins Wasser und ging unter. 

Mein Körper richtete sich durch den Schlag auf das Knie sofort auf und ich stand auf dem Grund im Wasser. Nach einer für mich gefühlten unendlich langen Zeit tauchte er mit schmerzverzerrtem Gesicht wieder auf. Er wollte irgendwas sagen, aber er konnte nicht. 

Er ging langsam zur Treppe und stieg aus dem Wasser sich mit beiden Händen zwischen die Beine in den Schritt fassend. Er humpelte nach vorne gekrümmt ins Trockene. Seine Kumpels kamen zu ihm und stützten ihn unter beiden Armen. Er stöhnte laut ! Sie gingen langsam mit ihm Richtung Umkleideraum. 

Als ich auch aus dem Wasser herauskam sah ich noch, daß der Bademeister auch da hinterher ging. Ich setzte mich auf die Bank an der Heizung.

Nach einiger Zeit kam der Bademeister wieder in die Halle. Er kam direkt zu mir. „Wie ist das denn eben passiert?“ Ich schilderte ihm wie das geschehen war. „Na, dann ist das ja in Ordnung. Da trifft Sie ja keine Schuld. Ich hatte denen das schon paarmal gesagt, daß das ins Wasser Springen von der Seite strengstens verboten ist. Aber die wollen ja nicht hören.  - Immer wieder dasselbe – Nun ist das Maleur passiert! Wer nicht hören will muß fühlen! Und das hat er nun genau gefühlt. - Selber Schuld.“ 

Ich hatte daraufhin auch keine Lust mehr meine Schwimmübung zu machen. Ich ging mich noch duschen und dann in die Umkleidekabine. 

Ihn und die anderen Jungs hab ich dann nicht mehr gesehen. 

Ja – das war also meine erste eigene Schwimmstunde, die eigentlich eine Schwimmübung nach McMillan sein sollte.